Die Samsung Gear 360 Kamera hat schon bei Vorstellung auf dem Mobile-World-Congress (MWC) in Barcelona für viel Aufmerksamkeit gesorgt. 360° Fotos, Panoramaaufnahmen und vor allem 360° Videos auf einfache Art und Weise erstellen. Im Vergleich zu den bekannten Rigs zwischen 5.000 und 15.000 EUR wäre die Kamera für eine UVP von 379,00 EUR geradezu ein Schnäppchen – aber ist die Bildqualität der Samsung Gear 360 ausreichend? Wie sind die Videoaufnahmen bei der Kamera und wie leicht ist die Kamera bedienbar?

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SAMSUNG GEAR360 Kamera – wie ist die Bildqualität? Wie leicht lässt sich die Kamera bedienen?

Wenn man die bekannten Rigs der Unternehmen sieht, wo zehn oder mehr Systemkameras verbaut sind oder sechs Go-Pro Actionkameras integriert sind, so kann man kaum glauben, dass man mit der Kamera in der Größe eines Tennisballs gute Fotos machen kann. Die Kamera wird mit dem kleinen Akku versorgt, der im Gerät bereits untergebracht ist, zusätzlich gibt es noch den Einschub für eine Micro-SD Karte und einen Mini-USB Anschluß.

Wo viele 360° Aufnahmen mit mehr als zwei Kameralinsen aufgenommen werden und erst in der Post-Production zusammengeführt werden, soll dieses bei der Samsung Gear 360° Kamera durch zwei gegenüberliegende Linsen mit jeweils einem 190° Winkel und einem regulären Smartphone (Galaxy S6, Galaxy S6edge/+, Galaxy S7, Galaxy S7edge und Galaxy Note7) erfolgen. Wird die Qualität der Kamera und die Rechenleistung der Smartphones Produkte für mehrere tausend Euros ersetzen können?

Die erste Installation der Kamera denkbar einfach, auf der einen Seite der Kamera die oben erwähnten Einschübe, auf der gegenüberliegen Seite einen An-/Aus-Schalter, ein Bluetooth-Button und oben ein Mini-Display mit Anzeige der verbleibenden Speicherzeit, der aktuellen Funktionen, sowie der Aufnahmeknopf. Weniger ist einfach mehr.

Die Gear360 Kamera von Samsung ist schnell mit dem Samsung Smartphone gekoppelt und die notwendige „Gear360“ aus dem App-Store heruntergeladen. Wenige Einstellungen und schon meldet sich das Smartphone mit der Option das erste Live-Bild von der Kamera zu bekommen. Je nach Position des Smartphones werden die Vorder- und Rückseite der Kamera als zwei Bilder nebeneinander oder übereinander dargestellt. Je nach gewünschter Einstellung kann dann im Live-Modus eine Fotoaufnahme, ein reguläres Video oder ein Zeitraffer-Video aufgenommen werden.

Neben der Kamera befindet sich im Lieferumfang noch ein kleines Dreibein-Stativ, welches gleichzeitig auch zusätzlicher Kameragriff dienen kann, sowie eine Handschlaufe. Die Kamera kann mit dem Stativ somit jederzeit gut auf einem Tisch platziert und für Videos oder Fotos genutzt werden.

Alternativ kann das Mini-Stativ auch mit einem regulären Stativ ersetzt werden (z.B. für Zeitraffer-Aufnahmen oder Videos mit mehreren Gesprächspartnern). Als Stativ empfiehlt sich hierbei ein Stativ mit einer sehr kleinen und runden Platte, da sonst evtl. die Platte bereits auf den Fotos ebenfalls aufgenommen wird. Ein Stativ welches sich gut für entsprechende Aufnahmen eignet ist z.B. das Manfrotto 190 Go Aluminium.

Tipp: Bei den Aufnahmen auf die Wasserwaage im externen Stativ achten, damit der Horizont auch gerade bleibt.

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Samsung Gear360 Kamera im Test – Bild zusammenfügen und hochladen – 360° Bilder bei Facebook, YouTube, Google-Maps

Die Aufnahme der Fotos, Videos und Zeitraffer kann jeweils über die App oder den Aufnahmeknopf der Kamera ausgelöst werden. Die Bilder werden bei gekoppeltem Smartphone sofort auf dem Gerät angezeigt und man bekommt einen ersten Eindruck.

Mit einem Klick auf das 360° Logo auf dem Bild erhält man sofort auf dem Gerät auch die virtuelle Welt angezeigt und kann noch einmal die Aufnahme mit dem Original vergleichen und zoomen, drehen, etc. – perfekt gelöst!

Anschließend kann das Bild gespeichert oder weiterverarbeitet werden, bzw. auch direkt nach Facebook, Google+ oder Google Maps/Google Sphere hochgeladen werden und wird auch dort direkt als 360° Aufnahme dargestellt.

Als Windows-User hat man darüber hinaus noch die Möglichkeit mit dem Action Director die Bilder und Videos entsprechend nachzubearbeiten, mit Musik zu unterlegen und anschließend in die sozialen Netzwerke hochzuladen. (Alternativ ist eine Nachbearbeitungen mit Produkten aus dem Hause Adobe ebenfalls in den aktuellen Versionen möglich).

Samsung Gear360 Kamera im Test – Ergebnisse der Stitching-Funktion

Wie bei allen Aufnahmen, die aus mehreren Fotos oder Kameras bestehen, ist das größte Problem meistens die Verarbeitung der Bilder und Anpassung der unterschiedlichen Helligkeiten und Kontraste an das Gesamtbild.

Die Belichtungszeiten sind anders, die Blende ist anders und je nach Aufnahmeort und Motiv (z.B. ein schöner Sonnenuntergang am Strand) gibt es viele helle und viele sehr dunkle Aufnahmen.

Die Samsung Gear 360 fügt die beiden Bilder mit der beigefügten Software direkt zusammen, je nach Einstellung und Ausrichtung der Kamera entstehen Aufnahmen mit nahezu keinen oder geringen seitlichen Überblendungen.

Tipp: Gerade bei Panoraaufnahmen die beiden Objektive immer etwas versetzt ausrichten und ausprobieren, welches der drei oder vier Bilder die geringste Überblendungskante hat.

Samsung Gear360 Kamera im Test – Ergebnisse der Videofunktion

Die Samsung Gear 360 bietet natürlich auch die Möglichkeit der Videofunktion und von 360°-Videoaufnahmen. Die Auflösung beträgt bei 360°-Videos hierbei 3840 x 1920 Pixel mit einer Auflösung von 30 Bilder/Sekunde, bei Videos mit einem 180° Winkel 2560 x 1920 Pixel, ebenfalls mit 30 Bilder/Sekunde.

Auch diese Videos können wieder entsprechend an YouTube, Facebook, etc. überspielt werden und die Follower in den verschiedenen Netzwerken sich auch durch die Videos bewegen können (siehe Video unten – Aufnahme unbearbeitet, direkt aus der Samsung Gear360 nach YouTube übertragen).

Natürlich ist die Qualität der Videos nicht mit einer reinen 4k-Kamera vergleichbar, die nur wenig Bewegung aus einem Winkel aufnehmen muss, doch um Lesern und auch Gästen von Veranstaltungen einen Blick über ein Event oder eine Location zu geben, ist es einfach perfekt!

Tipp: Achtet bei freihändigen Videoaufnahmen darauf, wenig Kurven oder ähnliche Strecken zu laufen, da der Betrachter dieses – gerade mit einer VR-Brille – deutlich stärker erlebt, als ein reguläres Video. Also bei Videoaufnahmen vorher unbedingt einmal die Laufstrecke probieren…!

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Samsung Gear360 Kamera im Test – Nutzung der Gear VR Brille

Natürlich können die Videoaufnahmen und Fotos der Samsung Gear 360 auch mit der VR-Brille betrachtet werden und man hat direkt das Gefühl man ist dabei. Noch einmal die Bilder vom Strand betrachten, noch einmal am Brandenburger Tor in Berlin stehen und sich einfach umsehen – man fühlt sich wirklich dabei.

Gleiches funktioniert auch sehr gut mit den Videos und gerade ruhige Fahrten oder ruhige Momente kann man genießen. Nicht empfehlenswert aus eigener Erfahrung ist ein Video auf einem Boot mit „leichtem“ Wellengang 🙂 – aber trotzdem macht es sehr viel Spaß…

Die Auflösung der aktuellen VR-Brillen kann natürlich nicht mit einem 4K-Fernseher mithalten, bietet aber für den Auftakt eine gute Alternative um auch einen räumlichen Eindruck von vielen Orten zu bekommen.

Samsung Gear360 Kamera im Test – FAZIT der Samsung Gear 360° Kamera

Mit einem Preis von UVP 379,00 EUR bietet Samsung eine sehr gute Kamera als Einstieg in Rund-um-Aufnahmen und 360° Videos. Es gibt bereits Einsteigerkameras, die knapp 100 EUR günstiger als das Samsung Modell sind, hier muss dann aber auf eine 4K-Auflösung verzichtet werden, die Bildauflösung ist geringer bei Fotos und die Kameralinsen sind nicht gegen äußere Einflüsse geschützt.

Mir persönlich gefallen die natürlicheren Farben bei der Samsung Gear 360, gegenüber den übersättigten Farben der günstigeren Modelle ebenfalls deutlich besser – der Ton ist dazu klar und ausreichend (für ein eingebautes Mikrofon).

Die ersten Hotelaufnahmen in 360° aus der Sanssouci Hotelsuite in Berlin findet ihr dazu auf meinem Luxus-Reiseblog und natürlich regelmäßig bei Google Maps. Ich habe schon weitere 360° Aufnahmen und Videos für euch gedreht und werde euch diese in den nächsten Wochen auf meinen Blogs und Social-Media-Kanälen noch ausführlicher vorstellen.